lich zu verfahren. Die Summen, um die es sich dabei handelnkann, sind gegenüber den gewaltigen Kriegsausgaben, die überallein Mehrfaches des normalen Budgets betragen, natürlich ganzminimal.
Zu neuen Steuern oder zu Steuererhöhungen hat sichin größerem Amfange bisher nur England entschlossen. Rußland hat sogar seine stärkste Einnahmequelle, das Alkoholmonopol, ab-geschafft. Es hat — man kann nicht sagen: zum Ausgleich, denndazu ist es zu wenig —, es hat gleichzeitig, und auch jetzt in letzterZeit wieder, Steuererhöhungen und neue Steuern eingeführt, dieaber unmöglich einen ansehnlichen Betrag bringen können.
England folgte in der Einführung von Steuererhöhungeneiner alten und an sich gesunden Tradition, indem es den Versuchmachte, einen Teil seiner Kriegskosten durch Kriegssteuern zudecken. Aber auch wenn sich England nach dieser Richtung an-strengte: es bliebe doch bei einem Versuch mit unzureichendenMitteln. Das Parlament hat auf Vorschlag der Regierung zwaran sich recht stattliche Zuschläge zur Einkommensteuer genehmigt,daneben eine gewaltige Steuererhöhung auf Bier und einen sehrhohen Extrazoll auf Tee. Aber die Aufrechterhaltung der „gutenund vornehmen Tradition", auf die sich der britische Schatzkanzlergegenüber dem Anterhause berief, ist gleichwohl nur eine äußerliche.In den früheren Kriegen, sogar in den großen Kriegen, von denenLloyd George vorhin sprach, in den Kriegen gegen Frankreich zu Endedes 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts, die sich über zwei Jahrzehnteerstrecken, wurden 40 °/„ der Kriegskosten und mehr durch Steuernaufgebracht. Die Steuern, die England jetzt als Kriegssteuerneingeführt hat, stellen, so belastend sie sind, nur einen ganz be-scheidenen Bruchteil des Kriegsbudgets dar. Ihr Betrag wirdfür das jetzt laufende Finanzjahr nur auf 15 Millionen Pfundgeschätzt bei einer Kriegsausgabe von mehr als 440 MillionenPfund. Der Ertrag der neuen Steuern reicht nicht einmal aus,um den erwarteten Einnahmeausfall und die durch die Kriegsschuldvermehrte Zinsenlast zu decken. Das Budget für das laufendeJahr wird in England vielmehr nur dadurch zum Balancieren32