etwa 2 Millionen Pfund, d. h. von 40 Millionen Mark ange-langt, und ich glaube, die Ziffer wird wohl bald überstiegen werden.
Über die Kriegskosten von Frankreich und Rußland ist mirZuverlässiges nicht bekannt, außer den gelegentlichen Mitteilungen,die nicht dort in diesen Ländern, sondern im englischen Parlamentgemacht worden sind. Aus einer Äußerung des englischen Schatz-kanzlers schließe ich, daß die Kriegskosten von Nußland und Frank-reich zusammengenommen kaum geringer sind als die doppeltenKriegskosten Englands . Der Unterschied, der dort angedeutetwurde, ist nicht sehr erheblich. Wenn ich nun noch alle die Neben-kosten hinzunehme, die Kosten für die sogenannte belgische Re-gierung und die belgische Armee,
(Heiterkeit)
für Serbien und Montenegro, so wird die Summe der täglichenKriegskosten unserer Gegner eher jenseits als diesseits von120 Millionen Mark pro Tag liegen. Das sind 3 Milliarden600 Millionen Mark in einem einzigen Monat.
(Bewegung.)
Sie werden sich nun fragen, auf welche Weise die krieg-führenden Staaten bisher diesen gewaltigen Anforderungen gerechtgeworden sind. Die Mittel der Finanzierung eines modernenKrieges sind im wesentlichen die folgenden: Erstens die Auf-nahme von Anleihen, zweitens die Inanspruchnahme der Noten-und Papiergeldpresse, drittens die Verminderung von Ausgabenund Kriegssteuern.
Lassen Sie mich mit der letzten Position beginnen.
Die laufenden Ausgaben eines geordneten Staatswesensstehen zum weit überwiegenden Teile durch gesetzliche Verpflich-tungen des Staates und durch tatsächliche Staatsnotwendigkeitenin solchem Maße fest, daß eine Reduktion nur in bescheidenemAmfange möglich ist, wenn nicht wichtige allgemeine Interessenleiden sollen. Wir haben in unserem Etat eine solche Reduktionnur in bescheidenem Amfange, innerhalb der Grenzen des Mög-lichen, namentlich bei den einmaligen Ausgaben des ordentlichenEtats, vorgenommen. Die übrigen Kriegführenden scheinen ähn-
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