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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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Mitteilungen habe ich mir für die Budgetkommission vorbehalten.Die Kriegskosten der verbündeten Donaumonarchie blieben an-gesichts der geringeren Effektivstärke der österreichisch-ungarischenArmee hinter den unsrigen zurück. Anser anderer Verbündeter,die Türkei , war stets dafür bekannt, daß sie es meisterhaft ver-steht, ihre Kriege mit einem Mindestmaß von finanziellem Auf-wand zu führen. Natürlich geht es auch hier nicht ganz ohneGeld. Der Mitwirkung, die über die eigenen, im übrigen nichtzu unterschätzenden Hilfsmittel der Türkei hinaus notwendig ist,hat sich Deutschland niemals bisher entzogen, und es wird sichdieser Mitwirkung auch weiterhin nicht entziehen.

(Bravo !)

Ich bin in den Angelegenheiten der finanziellen Kriegführung inFühlung mit meinem Freunde Dschavid-Bei, dem früherentürkischen Finanzminister, den die ottomanische Regierung mitSpezialauftrag für diese Dinge hierhergesandt hat.

(Beifall.)

Was nun die Kriegskosten unserer Feinde anbelangt,so kann ich Ihnen zu Ihrer Beruhigung sagen, sie sind nochein gutes Stück größer als die unserigen und die unserer Ver-bündeten. Für sich allein genommen, trägt Deutschland aller-dings die stärkste Last, aber die Kriegskosten Englands zeigen inden letzten Monaten und Wochen eine so erfreuliche Zunahme,

(Heiterkeit)

daß sie jetzt wohl kaum mehr hinter unseren zurückbleiben. Diesilbernen Kugeln müssen in England eben mancherlei ersetzen, wasbei uns einer solchen Nachhilfe nicht bedarf.

(Sehr gutl)

Also nach dem letzten Material, das ich habe zusammenstellenlassen, stellen sich die englischen Kriegskosten für die mit demMonat März ablaufenden 8 Monate auf nicht weniger oderauf kaum weniger als 9 Milliarden Mark. Dabei haben dieEngländer mit sehr kleinen Kriegskosten angefangen und sind dannsehr rasch und sehr stark mit ihren Kriegskosten in die Äöhe ge-gangen. Sie sind heute auf einer täglichen Kriegsausgabe von

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