gebieterisch notwendig werde, und daß Lloyd George ein dies-bezügliches Gesetz gleich nach Ostern einbringen werde.
(ÄörtI hört!)
Inzwischen ist bereits ein neuer Kriegskredit von 250 Mil-lionen Pfund im Parlament eingebracht worden. Dieser neueKriegskredit soll nach einer Erklärung des Premierministers Asquithbis Juli vorhalten, also nur für drei Monate und nur bis zudem Zeitpunkt, zu dem ursprünglich die Anleihe von 350 Mil-lionen ausreichen sollte, das heißt, für die Zeit, für die die An-leihe von 350 Millionen Pfund veranschlagt war, sind 600 oderrichtiger 650 Millionen Pfund erforderlich geworden.
(Äört! hört!)
Ich wende mich nun zu den beiden anderen mit uns imKriege liegenden Großmächten. Nußland sowohl wie Frankreich haben bisher nicht vermocht, eine einheitliche große Finanzoperationzur Deckung ihrer Kriegskosten in die Wege zu leiten. BeiRußland kann dies nicht überraschen, und es hat auch niemandüberrascht; denn Nußland ist schon in Friedenszeiten für seinGeldbedürfnis auf die ausländischen Kapitalmärkte in großemAmfange angewiesen. Diese ausländischen Märkte sind ihm jetztverschlossen, und zwar auch die Märkte seiner Verbündeten; denndiese mit ihm verbündeten Länder haben ihre eigenen Geldsorgen.Nur Paketweise und niemals ohne große Gegenleistungen ist esNußland gelungen, in England und in den Vereinigten Staaten kleine Beträge an Schatzanweisungen unterzubringen, im ganzenbisher 600 Millionen Mark. In Frankreich , dem überfließendreichen Geldgeber von ehemals, hat Rußland bisher kein Glückgehabt. Erst in der jüngsten Konferenz der drei Finanzminister inParis scheinen gewisse, auch Frankreich heranziehende Abmachungengetroffen worden zu sein. Aber dies ist ein Kapitel für sich.
In Nußland selbst will Rußland größere Beträge vonSchatzanweisungen und Staatsschuldverschreibungen untergebrachthaben. Es liegen darüber aber keine zuverlässigen Mitteilungenvor. Aus den Nachrichten in der Presse seiner Verbündeten,also Frankreichs und Englands , läßt sich kein klares Bild ge-38