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[1] (1915) Reichstagsrede am 10. März
Entstehung
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gefährliche.Hemmungen des ganzen volkswirtschaftlichen Organis-mus jedem von uns doch geradezu als undenkbar erschienen wäre.

(Zustimmung.)

Darauf ging die Rechnung unserer Gegner, vor allem dieRechnung unseres gefährlichsten Feindes. Man hoffte, unsdurch die Anterbindung unseres Außenhandels zum elenden Ver-kommen zu bringen, wie den Fisch, den man auf den Dünen-sand wirft.

Aber, wie der Äerr Präsident schon vorhin ausführte: dieseRechnung hatte ein Loch. Sie hat übersehen, daß die produktivenKräfte, die Deutschland auf heimischem Boden in harter körper-licher und geistiger Arbeit und unter dem Schutze seiner Wirtschafts-politik entwickelt hat, ausreichen, um den deutschen Volkskörperin Nahrung zu setzen und in Tätigkeit zu halten. Sie hat über-sehen, daß das deutsche Volk genug Opfermut besitzt, um die sichaus der Anterbindung des Außenhandels ergebenden Einschrän-kungen willig zu tragen; schon beginnt ja den Engländern vordem deutschen Kartoffelbrotgeist bange zu werden.

(Heiterkeit.)

And die Rechnung der Gegner hat schließlich übersehen, daßdie Spannkraft und Anpassungsfähigkeit des deutschen Volkesgroß genug ist, um die wirtschaftlichen Energien von den ge-sperrten Kanälen in neue, durch den Krieg erschlossene Bahnenzu leiten, um aus der ganzen deutschen Volkswirtschaft inwenigen Monaten eine einzige gewaltige, von einem unüber-windlichen und alles überwindenden Willen beseelte Kriegs-maschine zu machen.

Meine Äerren, wir sind umringt von Feinden, die kein Rechtachten und kein Erbarmen kennen; wir sind von dem größtenTeil unserer auswärtigen Verbindungen abgeschnitten; unsereAusfuhr, unsere Einfuhr, unsere Schiffahrt sind lahmgelegt;unsere Zinsen- und Kapitalforderungen an das Ausland sindgroßenteils gesperrt, unsere Kapitalinvestierungen beschlagnahmt und trotzdem atmen und leben wir! Die Schwingen sind unsgewachsen für den weiten Weltenraum das haben wir in der

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