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2 (1915) Reichstagsrede am 20. Aug. u. 14. Dez.
Entstehung
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von 9 Milliarden Mark, der heute auf die zweite Kriegsanleiheeingezahlt worden ist.

(Hört! hört!)

Meine Herren, Sie rufen:Kört! hört!" Ich wünschte, daßunsere Feinde auchKört! hört!" riefen;

(Bravo ! und Heiterkeit)

denn gerade den Punkt, den ich eben erwähnte, wollen sie unterkeinen Amständen begreisen.

(Sehr richtig!)

Sie verbreiten mit einer geradezu unbelehrbaren Hartnäckigkeitdie Behauptung, daß unsere Kriegsanleihen überhaupt nur Macheseien, daß sie finanziert seien mit dem Papier der Darlehnskassen.

(Heiterkeit.)

Gerade heute morgen ich habe die Zeitung hier ist mir einAusschnitt aus demDaU^ ^ele^rapli", der sonst doch ein relativanständiges Blatt ist,

(Heiterkeit)

vorgelegt worden. Hier lese ich zu meinem Erstaunen die alteMär noch einmal. Ich lese sie mit einigen pikanten und interessantenZutaten. Es wird hier erzählt, daß die Darlehnskassen bei unsgeradezu alles beleihen, was ihnen überhaupt gebracht wird, biszum Zahnstocher

(Heiterkeit)

und bis zum Kohlenbecken. So ist es hier zu lesen. Das gehörtmit in das Thema, das gestern der Herr Reichskanzler berührt hat.

(Sehr richtig!)

Gewiß, man kann darüber lachen. Aber aus der anderen Seitemüssen wir uns darüber klar sein, daß diese systematische und fort-gesetzte Herabsetzung unserer Finanzkrast, diese Verdrehung dessen,was in Deutschland geschieht, uns bisher im Laufe dieses Kriegesunendlichen Schaden getan hat. Wir haben alles Interesse daran,daß auch dieses Lügengewebe, daß auch die Verleumdung auf demGebiete des Finanzwesens ganz energisch zerrissen wird.

(Sehr gut!)

Meine Herren, von den Darlehnskassen komme ich zu denSparkassen. Ansere Sparkassen dürfen das kann ich hieraussprechen wirklich der Stolz des deutschen Volkes sein.

(Sehr richtig!)

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