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2 (1915) Reichstagsrede am 20. Aug. u. 14. Dez.
Entstehung
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Schätzungen im März dieses Jahres auf 38 Millionen Mark ver-anschlagt. Der endgültige Rechnungsabschluß hat ergeben, daßder Überschuß des ordentlichen Etats sür 1914/15 sich auf219 Millionen beläuft.

(Äört! hört!)

Zusammen mit den anderen Posten, die ich erwähnte, Kriegsschatzund bereite Bestände, ist das immerhin eine ganz erklecklicheSumme, die aus dem ordentlichen Etat zu dem Fonds für dieKriegskosten hinüberfließt. Aber die Summen, die wir vorläufigauf anderem Wege über den Ertrag der Anleihe hinaus aufbringenmußten, sind doch noch außerordentlich viel größer. Dieser andereWeg ist die Diskontierung von Reichsschatzanweisungen bei derReichsbank und bei den großen deutschen Banken. Die auf diesemWege ausgegebenen Schatzanweisungen müssen wir aus dem Erlösder bevorstehenden Anleihe konsolidieren, und die neue Anleihemuß uns darüber hinaus einen recht erheblichen Überschuß anfreiem Geld für die Weiterführung des Krieges bringen.

Meine Herren, ich bin des Erfolges sicher; denn alle sittlichenund materiellen Kräfte, die unseren ersten beiden Kriegsanleiheneinen über alle Erwartungen hinausgehenden Erfolg verschaffthaben, stehen heute stark und fest wie je.

(Bravo !)

Die ungeheuren Summen, die das Reich sür den Krieg veraus-gabt hat, sind bis auf verhältnismäßig unbedeutende Beträge imLande geblieben. Sie sind unseren Soldaten, sie sind unserer Land-wirtschaft, sie sind unserer Industrie Arbeitern und Unter-nehmern zugute gekommen und zugeflossen. Sie haben alsEinzahlung auf die letzte Kriegsanleihe gedient und sich darüberhinaus zu neuem Sparkapital in der Zwischenzeit verdichtet.

Sie können den Prozeß an der Entwicklung unserer Dar-lehnskassen verfolgen. Zur Zeit der ersten großen Einzahlungauf die zweite Kriegsanleihe haben die Ausleihungen unsererDarlehnskassen einen Betrag von 1500 000 000 Mark überschritten.Der Betrag ist seither unter 1 Milliarde Mark wieder herunter-gegangen. Von den Ausleihungen der Darlehnskassen kamen imÄöchstbetrag 536 Millionen Mark auf Vorschüsse, die zum Zweckder Einzahlung auf die zweite Kriegsanleihe gegeben worden sind.Dieser Betrag hat sich inzwischen auf 292 Millionen Mark ver-mindert. Das sind nicht viel mehr als 3 Prozent des Betrages

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