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2 (1915) Reichstagsrede am 20. Aug. u. 14. Dez.
Entstehung
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Möglichkeit, den Frieden nach unseren Bedürfnissen und nachunseren Lebensnotwendigkeiten zu gestalten, dann wollen und dürfenwir neben allem anderen auch die Kostenfrage nicht vergessen;

(lebhafte Zustimmung)das sind wir der Zukunft unseres Volkes schuldig.

(Sehr wahr!)

Die künftige Lebenshaltung unseres Volkes muß, soweit es irgendmöglich ist, von der ungeheuren Bürde befreit oder wenigstens ent-lastet werden, die der Krieg anwachsen läßt.

(Sehr wahr!)

Das Bleigewicht der Milliarden haben die Anstifter dieses Kriegesverdient;

(sehr richtig!)

sie mögen es durch die Jahrzehnte schleppen, nicht wir.

(Sehr gut!)

Meine Herren, ich verkenne dabei nicht, daß die ungeheurefinanzielle Schwächung, die der Krieg in seinem bisherigen Ver-laufe bereits über unsere Gegner gebracht hat, die Aufgabe, die icheben bezeichnete, zu einer ganz besonders schwierigen gestalten wird.

(Sehr richtig!)

Aber was nach dieser Richtung hin geschehen kann, das wird ge-tan werden.

(Bravo !)

Die Bewilligung der Kriegskredite hat als Gegenstück dieRealisierung dieser Kredite durch die Begebung der Anleihen.Sie wissen, und die Öffentlichkeit weiß, daß die Ausgabe einerneuen, einer dritten Kriegsanleihe bevorsteht. Ansere Vor-bereitungen sind zum großen Teil bereits getroffen, sie stehen un-mittelbar vor dem Abschluß. Ende dieses Monats, also in wenigenTagen, werden die Zeichnungseinladungen auf die dritte Kriegs-anleihe ausgegeben werden. Wir müssen durch die neue Anleihedie großen Summen hereinbringen, die wir bereits jetzt über dieIZi/z Milliarden der ersten beiden Kriegsanleihen hinaus veraus-gabt haben. Zum Teil sind ja diese Summen durch den Kriegsschatzund durch die bei Kriegsausbruch vorhandenen bereiten Beständeder Reichshauptkasse gedeckt worden. Diese Deckungsmittel habenweiterhin eine Erhöhung erfahren durch den Überschuß der Rech-nung des ordentlichen Etats für das abgelaufene Finanzjahr. Ichhabe diesen Überschuß hier auf Grund vorläufiger Berechnungen und

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