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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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denn hier haben wir gelernt, cin Maß der Dingc finden,um die es sich handelt.

Als unsere zwei ersten Kauflcntc einander gegenüber-standen, hatte keiner Gewalt über den andern, ihm nochetwas von dem Betrage der Unkosten abzudingen, deren Er-sparung jedem gleichen Vortheil brachte. Als die Bewerbervon der einen Seite sich mehrten und es galt, einander denRang abzulausen, trat au die Stelle des früher geschildertenMonologs ein anderer. Wieviel Mark kann ich für 100 Frankengeben, fragt sich der Weinkaufcr, nachdem er von der erstenVerhandlung ohne Resultat heimgekommen, um meiuc Nebcn-buhler zu überbieten? Wie weit zu gehen habe ich nocheinen Grund? Nun beginnt eine neue Rechnung zu derfrühern. Als er sich zum ersten mal besann, hat unserWcinkäufer nnr die beiden Gcsetzcstcxte verglichen und dieZiffer 80,96 ermittelt. Jetzt stellt er sich die Frage so:Was kostet mich im schlimmsten Falle die Operation, wennich die 242 Mark ?0 Pfennige nach Bordeaux schicke? Nunbcgiuut die Ausstellung aller kleinen Ausgaben, die mit dieserSendung und Umpragnng verbunden wären. Wir habensie bereits erwähut und brauchen hier nicht mehr zu wissen,als daß sie - nehmen wir an zusammen sich auf etwaswie Procent belaufen, iu uuserm Falle also ^ Proccntauf je 81. Mark oder 60 Pfennige. Klar ist also, daß mehrals 8l,60 für 100 Franken zu zahlen kein Grund ist; da-gegen, dicsseit der bezeichneten Grenze, immer noch mehr Vor-theil ist, den Preis zu bietcu, als selbst die Goldvcrsendnngvorzunehmen. Wenn in unserm Beispiel im Juni 1875 derNachbar Bankier sogar 81,75 bot, so war theils der Grundim Spiele, daß der Vorrath des znr Versendung brauchbaren