Druckschrift 
Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
143
Einzelbild herunterladen
 

143

Theil seiner Wcrthanlagcn in Papieren auswärtiger Gold-währung machen, um gegen die unbcgrcnzbare Entwerthnngdes Silbers gewappnet zn sein. Die Ungewißheit über dasSchicksal unserer Valuta vcrläugcrn hieß zu Anlage» imAuslande anspornen und den auswärtigen Wechsel verthcuernhelfen, desseu Theuerung gerade unsere Reform erschwerte.

So drehten wir uns in einem cireulus vitiosus herum,aus dem nur ein energischer Entschluß befreien konnte. Znrvollen That ist auch heute das letzte Wort noch nicht gespro-chen, doch hat schon das nahe Herantreten an dieselbe soheilsam gewirkt, daß langer Aufschub nicht mehr denkbar ist.Wie schädlich die aus der Zögerung entspringenden Zweifelwirken, tritt noch viel deutlicher hervor, wcuu wir die Sachevom Standpunkte des Auslandes ins Auge fassen. EinTheil des Auslandes hält bereits unsere Münzrcform fürgescheitert, wie urkundlich belegt ist. Natürlich mußte derFremde vor jeder Geldanlage in Deutschland mit dem Be-denken stillstehen, ob ihm nicht Rückzahlung in entwcrthe-tem Silber drohe. Wie so oft hatte auch hier unser Man--gcl an Selbstvertrauen erst die Zweifel des Auslandes ge-zeugt/') Zum raschen Aufschwünge, mit welchem das fran-zösische Papiergeld (die Banknote mit Zwangscurs) sich aufdie Höhengleiche des baaren Geldes erhoben, hat neben denunbestreitbaren Charaktcrvorzügen des französischen Gcwerb-sleißcs auch das Zutraucu der Franzosen in ihre eigenenFinanzen beigetragen. Sie haben ihre fremden Papiere

5) Nichr blos in den Verhandlungen der letzten pariser Miinz-conferenz vernehmen wir dies Echo, sondern anch noch in dem ausBerlin (1. Juli d. I.) datirten im österreichischen Brannbnch nieder-gelegten Bericht.