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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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ziehen wie bei der metallischen Grundlage. Wir haben mden Ländern der Papierwährung, in Oesterreich, in Rußland ,in Amerika Schwankungen gesehen, dercu Extreme Abständebis 25 Proccnt darboten. Znr Zeit der englischen Bankspcrrewährend der Napolconischcn Kriege erreichte die Abweichung21 Procent. In solchen Fällen kann man stets sicher sein,daß der inländische Käufer und Verkäufer die Kosteu bezahlt,der internationale Geschäftsmann sich vor Schaden mit vielhöherer Gewandtheit zu bewahren weiß. So groß ist dieUnsicherheit für alle inländischen Tauschbczichungeu, daß insolchen Ländern sich bei den großen Bankgeschäften die Sitteausbildet, cincu Theil des Activums jahraus jahrciu inWechseln aufs Ausland wie einen Kriegsschatz zu bewahre»,um ciu flüssiges Bcsitzthum zu haben, das sich rer Unbe-rcchcubarkcit seines Werthes entzieht. In Oesterreich bür-gerte sich mit dem Zwangöcurs des Papiers die Sitte ein,daß alle großen Häuser immerdar ansehnliche Beträge vonWechseln auf London bei sich beherbergten. Es ist dieseSitte, nur ins Kaufmänuische übersetzt, keine andere als die,welche den kleinen Mann in Kriegskünsten veranlaßt, seinGeld zu vergraben. Ein Gleiches thut er in Ländern mitZwangSpapicr, nur daß er statt zu vergraben einfach sichder Geldkiste bedient. Der österreichische Bankier, der sichein Portefeuille von Wechseln auf London hält, thut ganzdasselbe, nur daß er auch für Zinsen sorgt. Papierwährungist, wie Kriegszustand, Suspcudiruug der Cultur, und jedeWährung, welche sich der Fictiou uähcrt, streift an diesenZustand an, so auch die Doppclwährung bei jeder Störungdes Gleichgewichts. Wer in Deutschland an dem Gelingenunserer Münzrcform zweifelte, mußte vorsichtigcrwcisc einen