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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
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balanz selbst unter Umständen wieder gleich einer ungünstigenWaarenbalanz. wirken kann. Wir haben schließlich an demmerkwürdigen Beispiel von Holland gelernt, wie in Gegen-wart einer entarteten Währung gerade die günstige Balanzzur Geisel wird.

Das letzte Wort aller dieser Beobachtungen ist: daßdas höchste zu erstrebende Ziel die möglichst geringe Ver-änderlichkeit im Tauschwerthe des Geldstoffs selbst ist, daßVeränderungen gleich übel wirken, mögen sie nun in einerZu- oder in einer Abnahme dieses Werthes sich äußern.

Doch indem wir bis hierher gelaugt sind, haben wirunversehens uns mit einem Problem beschäftigt, das wirvorher noch nicht ausdrücklich zur Sprache gebracht. Vonden Nachtheilen der Doppclwährung handelnd waren wir zuden Einflüssen der Balanz gekommen, und diese führten unswiederum zur Beleuchtung der eigenthümlichen Lage, in wel-cher sich die Gcldvcrfassnng der Niederlande seit zwei Jahrenbefunden hatte. Ehe wir hier zum Abschluß kamen, hättenwir eigentlich uns selbst unterbrechen müssen mit dem Ein-würfe: daß wir das Gebiet der Doppclwährung bereits ver-lassen und uns gerade auf das erwählte System der einfachenWährung begeben hätten. Denn das Königreich der Nieder-lande hatte seit dem Ende der vierziger Jahre die ein-fache Silbcrwährung angeuommen; aus dieser einfachenSilberwährung entsprangen die geschilderten Verlegen-heiten, und um sie zu beseitige» cutschloß sich Holland , nebenseiner bestehenden Silbcrmünze eine neue Goldmünze ein-zuführen.

Sollte man nicht denken, hier sei gerade durch die That-sachen unser System widerlegt? Die einfache Währung hat

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