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Reichsgold : Studien über Währung und Wechsel / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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das Uebel herbeigeführt, die doppelte soll es heilen. Sostellt sich der Schein der Sache dar. Jedoch ihr Inhaltist ganz entgegengesetzter Natur, ein Beispiel eigenthümlichbelehrender Art zu der Ncgcl, Worten zu mistranen.Holland ist nämlich nicht zur Doppelwährung übergegangen,sondern es hat an Stelle der einfachen Silber- die einfacheGoldwährung angenommen. Diese Thatsache ist ausge-sprochen in der gesetzliche:? Bestimmung, nach welcher diefreie Silberpräguug sistirt uud die Goldprägung frei zuge-lassen ist. , Aufgehobenes Prägcrecht macht das ans ihmgefertigte Geld zur Scheidemünze, zum Geuosseu des Papier-geldes; freies Prägcrecht macht es zum Vollbürgcr. Holland ist jetzt in derselben Gcldvcrfassung wie wir, die wir imvollen Uebcrgangc zur reinen Goldwährung uns befinden, unddie latcinischeu Staaten selbst, welche das Prägcrecht desSilbers bis auf ein Geringes sistirt und das Prägcrechtdes Goldes freigegeben, sind, ohne cs zn wissen und zuwollen, ebenfalls im Uebcrgangc zur rcinen Goldwährungbegriffen.

Also zum Argument für die Doppelwährung kannHollands jüngster Entschluß uicht verwendet werden.

Vielleicht aber als Argument gegen die einfache Währnng?Allerdings, wenn sic dcnkbarcrwcise so aufzufassen wärc,daß jedwedes Metall, gleichviel welches, sofern es nnr alleinregiere, die beste Währung verbürge. Aber es versteht sichvon selbst, daß zum ausschließlichen Währungsmctall auchdas bcstgceignctc erwählt werden muß. Die Uebereinstimmungaller Culturländcr in Einem Metall kann sich nur im best-geeigneten erfüllen. Und darum gerade sind wir gauzfolgerecht im Gange unserer Betrachtung zum Einblick in die