Druckschrift 
Die Vorgeschichte des Weltkrieges / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
141
Einzelbild herunterladen
 

Deutsch-französisches Abkommen

Herr Revoil versicherte, zu seinem großen persönlichenBedauern aufSeparation nette".

Auf Grund der damit gegebenen Entscheidung wurdendann die Verhandlungen über den ganzen Fragenkomplexin Berlin unter Mitwirkung des französischen Botschafters,eines Vertreters des französischen Ministeriums des Aus-wärtigen und des Vizegouverneurs der Bank von Frank-reich fortgesetzt. Am 15. Februar 1914 konnten dieVerträge paraphiert werden. Sie trafen Vereinbarungenüber das Ausscheiden der französischen Gruppe aus demBagdadunternehmen und über den Ausbau der von beidenGruppen in der asiatischen Türkei betriebenen und ge-planten Eisenbahnsysteme, ferner Bestimmungen über dieAnschlußpunkte, über die das gemeinschaftliche Interessebeider Eisenbahnsysteme berührenden Tariffragen, übereine den finanziellen Kräften der Türkei angepaßte zeit-liche Staffelung der Ausführung neuer Eisenbahnbautenund schließlich über ein Zusammenwirken bei der Siche-rung der infolge des Balkankriegs gefährdeten tür-kischen Anleihen und bei der Konsolidierung der tür-kischen Finanzen. Das Inkrafttreten des Abkommens warabhängig gemacht von dem Zustandekommen der Ab-machungen, über die damals sowohl von der deutschenwie auch von der französischen Gruppe mit der türkischenRegierung verhandelt wurde. Ferner bestand natürlichein enger Zusammenhang zwischen den deutsch-franzö-sischen Abmachungen und den Vereinbarungen, die damals

141