Die letzten Verständigungsversuche
zwischen Deutschland und England in Sachen der beider-seitigen Unternehmungen in Kleinasien und Mesopo-tamien zur Diskussion standen.
Die Verständigung mit Englandüber die vorderasiatischen Fragen
Zwischen Deutschland, England und der Türkei hattedie Bagdadfrage seit dem Abschluß der Verträge über denAusbau der Bahn bis Bagdad (März 1911) zunächst geruht.Die durch das Eingreifen Lloyd Georges so scharf zugespitzteMarokkokrisis ließ auf englischer Seite die Neuaufnahme vonVerhandlungen wohl nicht als zeitgemäß erscheinen, währendman auf der deutschen Seite sich sagen konnte, daß jederKilometer Bahnstrecke, der neu in Betrieb kam — undes wurde trotz aller Erschwernisse der ungünstigen Zeitmit aller Energie gebaut —, die eigne Position fürjede künftige Auseinandersetzung verbessere. Die Be-sprechungen zwischen Lord Haidane und der deutschenRegierung im Frühjahr 1912 schienen den Boden für eineVerständigung, wie in den afrikanischen Kolonialfragen,so auch in den vorderasiatischen Fragen, zu ebnen. Frei-herr von Marschall, der im Frühjahr 1912 als Botschaftervon Konstantinopel nach London geschickt wurde, brachtefür Verhandlungen über türkische Angelegenheiten eineganz besondere Eignung mit. Leider ist es zwischen Baron
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