Der Ausbruch des Weltkrieges
daß der Kaiser an jenen Tagen überhaupt keine öster-reichisch-ungarischen Militärpersonen empfangen hat; daßauch ein Kronrat oder eine kronratähnliche Veranstal-tung in ausschließlich deutschen Kreisen damals nichtstattgefunden hat, vielmehr der Kaiser sich vor demAntritt der Nordlandsreise auf die Entgegennahme vonEinzelvorträgen, darunter auch des Vortrages desReichskanzlers über die politische Lage und über dieUnzweckmäßigkeit einer Aufgabe der Nordlandsreise,beschränkt hat.
Auch abgesehen von jenem nicht stattgefundenen Kron-rat sind nähere Vereinbarungen mit der WienerRegierung über die von dieser zu unternehmende Aktion,wie mir späterhin von den beteiligten Staatsmännern aufdas bestimmteste erklärt worden ist, nicht getroffenworden. Was die Wiener Regierung über ihre Absichtenmitteilte, hat sich auf allgemeine Richtlinien beschränkt:Untersuchung gegen die der Beteiligung an dem AttentatVerdächtigen unter Mitwirkung österreichisch-ungarischerOrgane; Bestrafung der Schuldigen; Sicherheiten für dieZukunft, insbesondere Unterdrückung der gegen den Be-stand der österreichisch-ungarischen Monarchie gerichtetenPropaganda. Für die Ausgestaltung dieser Forderungenim einzelnen und für die Form, in der sie an Serbien ge-stellt werden sollten, hat weder Wien die Berliner Zu-stimmung erbeten, noch Berlin österreichische Mitteilungenverlangt. Man hat ein solches Vorgehen angesichts des für
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