Der Ausbruch des Weltkrieges
umging oder ablehnte. Der österreichisch-ungarische Ge-sandte forderte daraufhin alsbald seine Pässe und verließBelgrad. Schon vor der Übergabe ihrer Antwortnote hattedie serbische Regierung die Mobilmachung verfügt.
Damit war der bewaffnete Zusammenstoß zwischenÖsterreich-Ungarn und Serbien so gut wie unabwendbargeworden, der Konflikt zwischen Österreich-Ungarn undRußland war vor aller Welt erklärt.
Es kann hier nicht meine Aufgabe sein, alle die Phasendarzustellen, die der russisch-österreichische Konflikt inden acht Tagen bis zum Kriegsausbruch durchlaufen hat.Die Vorgänge sind von den verschiedensten Seiten ein-gehend geschildert worden, auch von mir in meiner Arbeitüber „Die Entstehung des Weltkriegs im Lichte der Ver-öffentlichungen der Dreiverbandsmächte". An dieserStelle steht im Vordergrund, was ich aus persönlichenWahrnehmungen zur Bestätigung und Aufhellung derVorgänge beitragen kann.
Es fügte sich, daß ich Gelegenheit hatte, am Abend des26. Juli, also am Abend nach der Überreichung der vonÖsterreich-Ungarn als Ablehnung behandelten serbischenAntwortnote, mich mit einer russischen Persönlichkeit, dieenge Beziehungen zu den maßgebenden Regierungskreisenhatte, über die politische Lage eingehend unterhalten zukönnen.
Der früher bereits erwähnte Präsident des Direktoriumsder Russischen Bank für auswärtigen Handel, Herr
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