Deutschland zögert zu mobilisieren
entscheidender Wichtigkeit; er hat nicht wenig zum Siegder Kriegspartei beigetragen."
So liegen die Verantwortlichkeiten!
Aber auch jetzt noch machte die deutsche Politik einenletzten Versuch, das unabwendbar Gewordene abzuwenden.
Bisher schon hatte Deutschland gegenüber den russi-schen militärischen Maßnahmen eine nur durch den auf-richtigsten Friedenswillen erklärbare Langmut gezeigt.„Vorbereitende militärische Maßnahmen Rußlands werdenuns zu Gegenmaßnahmen zwingen, die in der Mobilisierungder Armee bestehen müssen. Die Mobilisierung aber be-deutet den Krieg" — so hatte es in der am 26. Juli an denGrafen Pourtales telegraphierten Instruktion geheißen.Trotzdem hatte man davon abgesehen, die von der russi-schen Regierung plump abgeleugneten, aber durch zahl-reiche zuverlässige Berichte und Einzelheiten bestätigten„vorbereitenden militärischen Maßnahmen" Rußlandsdurch Gegenmaßnahmen zu beantworten; ja man hattedavon abgesehen, auf die am 28. Juli verfügte Mobil-machung in den Gouvernements Moskau, Kiew, Kasanund Odessa mit Mobilmachungsmaßnahmen zu reagieren.Und sogar jetzt noch, wo der Befehl des Zaren zur Mobili-sierung der gesamten russischen Streitkräfte zu Land undzu Wasser amtlich bekanntgemacht worden war, zögerteman in Berlin mit der Mobilmachungsorder. Man begnügtesich damit, den „Zustand der drohenden Kriegsgefahr" zuverkündigen und mit der Bekanntgabe dieser Verkündigung
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