Offensivtätigkeit der Feinde
Anfang Juni holten die Engländer zu einem neuenwuchtigen Stoße aus, dieses Mal in Flandern. Ihr Zielwar, die Höhenkette um Ypern zu nehmen, die flandrischeEbene zu gewinnen und damit unsere Stellung an derflandrischen Küste, die als Basis für den U- Bootkrieg vonder größten Wichtigkeit war, unhaltbar zu machen. Auchhier errangen die Engländer, vor allem durch gewaltigeunterirdische Sprengungen im Wytschaete- Bogen, Anfangs-erfolge, die jedoch bald an dem eisernen Widerstand unsererTruppen ins Stocken kamen. Mit ungeheurer Zähigkeitsetzten die Engländer hier ihre Angriffe fort bis in denNovember hinein.
Gleichzeitig mit diesen schweren Kämpfen an derWestfront holten die Gegner auf allen übrigen Kriegs-Die Italienerschauplätzen zu neuen Vorstößen aus.faßten ihre Kräfte zu neuen gewaltigen Angriffen amIsonzo zusammen, die abermals an den österreichischenStellungen sich brachen. In Mazedonien versuchten dieVerbündeten die bulgarisch- deutschen Linien zu sprengen,um doch noch unsere Verbindung mit der Türkei zu durch-schneiden und den Rumänen, die sich in der Moldau nochtapfer wehrten, Entlastung und Hilfe zu bringen. Über dieHalbinsel Sinai hinaus stießen die Engländer gegen Palästinavor, wurden jedoch im März und April in Gefechtenbei Gaza von den Türken zurückgewiesen. Dagegengelang ihnen die Erneuerung des im Jahre 1916 beiKut- el- Amara so kläglich gescheiterten mesopotamischen
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