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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Kein entscheidender Erfolg

von Kriegsbedarf nicht weniger als zwei Drittel derGesamteinfuhr beansprucht. Einer Einfuhr von Industrie-und Handelswaren in Höhe von 40 Millionen Tonnen imJahre 1913 habe also im Jahr 1916 nur eine Einfuhr inHöhe von 14 bis 15 Millionen Tonnen gegenübergestanden.Im laufenden Jahre könne man in keiner Weise hoffen,auch nur annähernd diese verkürzte Menge zu erhalten.

Die ,, Frankfurter Zeitung" bemerkte damals zu dieserVeröffentlichung: ,, Was in aller Welt, so muß man sichfragen, will diese Offenheit? Damit wird doch Punktfür Punkt das bestätigt, was von ruhigen Beobachternder englischen Verhältnisse längst gesagt, was aber fastin der ganzen englischen Presse bis vor kurzem leiden-schaftlich bestritten wurde. Was will diese Darstellung?Will sie allmählich abbauen oder abwiegeln?"

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Aber auch wenn man die Aussichten auf den schließ-lichen Erfolg des U- Bootkriegs noch so hoffnungsvollbeurteilte die allzu bestimmten Voraussagen, daß deruneingeschränkte U- Bootkrieg innerhalb von fünf odersechs Monaten zur Niederwerfung Englands führen werde,waren in zu weite und zu tiefe Kreise gedrungen, als daßnach Ablauf der genannten Zeit das Ausbleiben des ent-scheidenden Erfolges nicht eine Enttäuschung und einenStimmungsrückschlag hätte hervorrufen müssen.

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