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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

Unser Verhältnis zu Österreich- Ungarn

Die Stellung Deutschlands und Österreich-Ungarns zum Krieg

Über den Beitritt Österreich- Ungarns zum unein-geschränkten U- Bootkrieg hat sich Graf Czernin in eineröffentlichen Rede vom II. Dezember 1918, auf die ichin der weiteren Darstellung noch öfters zurückkommenwerde, wie folgt geäußert:

,, Meine damaligen Ministerkollegen Tisza und Clamsowohl wie meine Wenigkeit waren mit Kaiser Karl inder Ablehnung dieses Vorschlages vollständig einig, undrückhaltlos zugestimmt hat dem Gedanken nur der da-malige Admiral Haus. Es muß hier konstatiert werden,daß die deutsche Motivierung nicht so sehr darauf ging,England durch Hunger zu besiegen, sondern darin gipfelte,daß die Westfront nur zu halten sei, wenn die amerikanischenMunitionstransporte versenkt würden, daß also ein reintechnisch- militärisches Moment in den Vordergrundgeschoben wurde. Ich habe damals ernstlichst die Absichtventiliert, uns in dieser Frage von Deutschland zu trennen,und die geringe Zahl unserer U- Boote hätte unser Nicht-mitmachen kaum bemerkbar gemacht. Aber ein andererUmstand fiel in die Wagschale. Sollte der U- Bootkrieg inden nördlichen Gewässern mit Erfolg geführt werden, dannmußte er gleichzeitig im Mittelmeer einsetzen. Blieb diesesfrei, so wären die Transporte über Italien, Frankreich

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