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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

,, ob es klug und vernünftig sei, diesen Krieg à outrancezu führen, oder ob es nicht staatsmännischer sei, goldeneBrücken zu betreten, wenn ihm dieselben von den Zentral-mächten gebaut werden; dann wäre der Augenblickgekommen für weitgehende schmerzliche Opfer der Zentral-mächte". Der Kaiser Karl habe die wiederholten Ver-suche der Feinde, ihn von seinem Bundesgenossen zutrennen, abgelehnt; aber gleichzeitig habe der Kaiser ihn,den Grafen Czernin, beauftragt, den deutschen Staats-männern zu sagen, daß Österreich- Ungarn am Ende seinerKräfte sei und daß Deutschland über den Sommer hinausnicht mehr auf Österreich- Ungarn werde rechnen können.Er habe diesen Befehl ausgeführt, und die deutschen Staats-männer hätten ihm keinen Zweifel darüber gelassen, daß auchfür Deutschland eine weitere Winterkampagne ein Dingder Unmöglichkeit sei. Wenn sich nicht in einigen Wochendie Möglichkeit ergäbe, mit Paris oder Petersburg zusprechen, dann müsse noch rechtzeitig die letzte Karteausgespielt und die angedeutete äußerste Propositiongemacht werden."

Dieser Schritt des österreichischen Kaisers und desGrafen Czernin, der wie die Drohung einer befristetenAufkündigung der Waffenbrüderschaft aussah, überraschteum so mehr, als die Befürwortung ,, weitgehender schmerz-licher Opfer" Hand in Hand ging mit den österreichi-schen Aspirationen auf Polen. Bei demselben Besuch imdeutschen Großen Hauptquartier, bei dem Kaiser Karl

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