Brief Kaiser Karls an Sixtus von Parma
nach der Adria erhalten solle, allerdings unter der Be-dingung, daß es sich unter Garantie der Ententemächtezur Unterdrückung jeder gegen Österreich- Ungarn gerich-teten Agitation verpflichte. Vorschläge über Rußlandmüßten bis zur Konstituierung einer gesetzlichen und end-gültigen Regierung vorbehalten bleiben. Der Brief schloß:
,, Nachdem ich meine Gedanken dargelegt habe, bitteich Dich, mir Deinerseits nach Besprechung mit denbeiden Mächten zuerst die Meinung Frankreichs, danndiejenige Englands auseinanderzusetzen, um dergestalt eineGrundlage vorzubereiten, auf der offizielle Besprechungenbegonnen werden können."
Dieser Brief wurde von dem Prinzen Sixtus demPräsidenten Poincaré in Urschrift vorgelegt; mit Zu-stimmung des Prinzen wurde eine Abschrift an den fran-zösischen Ministerpräsidenten und Minister des ÄußerenHerrn Ribot weitergegeben; er war vom 31. März 1917datiert, war also geschrieben und abgesandt wenigeTage vor dem Besuch des österreichischen Kaiserpaaresim deutschen Hauptquartier, bei dem die polnische Kronefür den Erzherzog Karl Stephan gesichert werden sollteund bei dem Kaiser Karl und Graf Czernin beiläufig dieAbtretung Elsaß- Lothringens als Mittel zur Beendigungdes Krieges empfahlen; zwölf Tage vor der Übersendungder Denkschrift des Grafen Czernin, in der von ,, weit-gehenden schmerzlichen Opfern" zwecks Herbeiführungdes Friedens gesprochen wurde.
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