Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Der Brief des Kaisers Karl läßt erkennen, daß dieserfür sich die ,, Integrität der Monarchie" erhalten wollte,,, selbst um den Preis der schwersten Opfer"; daß er sichandererseits gegenüber den Franzosen bereit erklärte,auf uns wegen der Herausgabe Elsaß- Lothringens denstärksten Druck auszuüben; dies, nachdem unsere Truppenihm die Monarchie vor den Russen und Rumänen gerettet,Galizien und Siebenbürgen wiedererobert hatten!
Aber der Kaiserbrief war damals noch nicht bekannt.Bei allem Mißtrauen, das auch schon aus dem für unssichtbaren Verhalten des österreichischen Kaisers undseiner Umgebung sich ergeben mußte, erforderte dieDenkschrift des Grafen Czernin eine sachliche Prüfungund eine sachliche Erwiderung.
Auch bei uns war man von dem fortdauernden undzunehmenden Ernst der Lage durchdrungen, und geradedas zweifelhafte Verhalten unseres Bundesgenossen wardazu angetan, den Ernst der Lage noch zu verschärfen.Aber man sah bei uns weder die militärische, noch diemaritime, noch die innere Lage so hoffnungslos an, wieGraf Czernin sie seinem Kaiser zum Zwecke des Druckesauf Deutschland gemalt hatte. Ich glaube auch nicht, daßirgendein deutscher Staatsmann dem Grafen Czernin gegen-über einen weiteren Winterfeldzug für ein ,, Ding der Un-möglichkeit" erklärt haben kann, so sehr wir alle mitdem Grafen Czernin darüber einig waren, daß man, wennirgend möglich, den Krieg vor dem Winter zu Ende
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