Antwort des Reichskanzlers an Österreich
bringen müsse. Das erschien jedoch nur erreichbar, wennes gelang, einen moralischen Zusammenbruch sowohl deseigenen Volkes wie des österreichisch- ungarischen Bundes-genossen zu verhindern und in der entscheidenden Zeitdie Zuversicht aufrechtzuerhalten.
Die Oberste Heeresleitung hob in ihrer Stellungnahmezu der Denkschrift des Grafen Czernin die starke mili-tärische Entlastung hervor, die damals schon die russischeRevolution für die Ostfront bedeutete; im Westen sei esgelungen, die große Offensive der Feinde aufzufangen,unsere Position sei so stark und achtunggebietend ,,, daßwir jedem militärischen Ereignis mit vollem Vertrauenentgegensehen können und auch in der Lage sein werden,den Kampf auch ohne Österreich fortzusetzen". Durchdie Entlastung im Osten werde aber auch Österreich-Ungarn genügende Truppen für die Durchführung derKämpfe an der italienischen Front bis zur Beendigungdes Krieges haben. Der Ausgang des Krieges sei mehrwie je eine Nervenfrage geworden. Auch bei unserenGegnern sei das Friedensbedürfnis stark; zeigten wir jetztzu viel Entgegenkommen, so würden sie glauben, daßunser Friedensbedürfnis größer sei als das ihrige, und sichablehnend verhalten. Nur indem wir unseren Willen zumWeiterkämpfen offen bekundeten, würden wir zu aus-sichtsvollen Friedensverhandlungen gelangen.
Der Admiralstab wies auf die bis dahin erzieltengroßen Erfolge des uneingeschränkten U- Bootkriegs
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