Friedensschritte hinausgeschoben
die für den Fall einer Erweiterung des deutschen Macht-bereiches nach Osten die österreichisch- ungarische Mon-archie für sich in Rumänien beanspruchte.
Auch hat sowohl der Gang der militärischen Ereignissewie die Entwicklung der inneren Verhältnisse in Deutsch-land und Österreich- Ungarn gezeigt, daß die Zentralmächtein ihren Heeren und Völkern damals noch sehr erheblicherLeistungen fähig und noch nicht darauf angewiesen waren,Hals über Kopf einen Frieden um jeden Preis zu schließen.Die militärische wie die innere Lage, so schwer sie war,gestattete, die Entwicklung in Rußland abzuwarten unddie sich aus dieser ergebenden Vorteile wahrzunehmen.Sie gestattete auch noch die glänzende Herbstoffensivein Venetien, den von dem Grafen Czernin als Ding derUnmöglichkeit erklärten Winterfeldzug und darüber hinausdie gewaltige deutsche Frühjahrsoffensive im Westen.
Es war also im Frühjahr 1917 noch kein Grund zu dervon dem Grafen Czernin propagierten Panikstimmungvorhanden. Die Diplomatie hatte für ihre Betätigung zurHerbeiführung des Friedens noch einen reichlich be-messenen Spielraum. Es kam jetzt in der Tat alles daraufan, daß Regierende und Regierte die Nerven behieltenund daß die Politik die sich ihr im weiteren Verlauf derEreignisse bietenden Gelegenheiten klug und besonnenzur Herbeiführung eines erträglichen Friedens ausnutzte.Besonnenheit und Klugheit war für die deutsche Politikjetzt um so mehr geboten, als der Schritt des Grafen
73