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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

ein allgemeiner Friede nur durch Unterwerfung unter denWillen unserer Feinde zu erkaufen. Ein solcher Friede aberwürde vom Volke nicht ertragen werden und verhäng-nisvolle Gefahren für die Monarchie heraufbeschwören.Die Entwicklung der Ereignisse in Rußland dränge denKampf der( russischen) Parteien immer mehr auf dieFriedensfrage; diese Entwicklung müsse aufmerksam ver-folgt und begünstigt, kommende russische Sondierungs-versuche müßten zwar ohne zur Schau getragenes Em-pressement, aber doch sachlich so behandelt werden, daßsie zu tatsächlichen Friedensverhandlungen führten.

Daß der hier gezeigte Weg- unabhängig von der Fragedes Erfolges des U- Bootkriegs- unter den damaligenVerhältnissen der einzig mögliche war, hat die Entwick-lung der nächsten Monate gezeigt; mehr noch die erstspäter bekanntgewordene und auch heute in deutschenKreisen noch auffallend wenig bekannte Folge, die diefranzösische Regierung mit ihren Verbündeten dem Briefdes Kaisers Karl gegeben hat. Davon später!

Graf Czernin selbst kam für längere Zeit nicht aufseine Anregung des mit weitgehenden und schmerzlichenOpfern anzubietenden Friedens zurück. Im Gegenteil, dieBesprechungen, die er am 17. und 18. Mai 1917 erneutin unserem Hauptquartier zu Kreuznach führte, bewegtensich auf ganz anderen Grundlagen als denjenigen desVerzichtens und Opferns; es drehte sich bei ihnen umpolitische Kompensationen von sehr erheblichem Umfang,

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