Druckschrift 
Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

Reichskanzler und die Verbündeten Regierungen erkenntenan ,,, daß die großen Ereignisse, die der Krieg gebrachthat, uns vor die Notwendigkeit stellen werden, zu prüfen,inwieweit unsere innere Politik einer Neuorientierungbedarf. Aber"-fügte er hinzu- ,, es ist auch wiederholtdarauf hingewiesen worden, daß der Herr Reichskanzlerund die Verbündeten Regierungen der Meinung sind, daßeine solche Prüfung nicht wohl angängig ist während desKrieges, mit Rücksicht darauf, daß alle Gegensätze, diedie einzelnen Teile und Parteien unseres Volkes bewegenund getrennt haben, soweit als möglich nicht diskutiertwerden sollten, solange unsere Heere an den Grenzenkämpfen; und an diesem Grundsatz müssen die Ver-bündeten Regierungen festhalten."

Eine ,, Neuorientierung" wurde also in Aussicht gestellt,aber erst für die Zeit nach dem Kriege; solange der Kriegdauerte, sollte der ,, Burgfriede" allem andern vorgehen.

Schon im Sommer 1915 verließ der Reichstag seinerseitsdiesen Standpunkt, indem er einem Initiativantrag aufÄnderung des Vereinsgesetzes seine Zustimmung gab. DieReichsleitung hatte sich gegen die bisherige Gepflogenheitan den Verhandlungen über diesen Initiativantrag beteiligt.Den Beschlüssen des Reichstages stimmten zwar dieVerbündeten Regierungen nicht zu; aber sie brachten imFrühjahr 1916 ihrerseits eine Novelle zum Vereinsgesetzan den Reichstag, durch die vorgesehen wurde, daß dieGewerkschaften und die entsprechenden Vereine der

76