Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
aufzunehmen. Die Neubestellung unseres Hauses werdesich vollziehen auf der Grundlage des Erlebnisses, das dieserKrieg für unser Volk und für jeden einzelnen von unsbedeute. Im brüderlichen Zusammenhalten, in derGemeinsamkeit der Taten und Opfer müsse sich das gegen-seitige Verhältnis der einzelnen Berufsstände, Klassen undKonfessionen wandeln und klären. Dem neuen Inhaltunseres militärischen und staatlichen Daseins würden sichneue Formen anpassen. ,, Die Aufgaben, die uns hierbevorstehen, sind so umfassend und so weitschichtig, siehängen auch so eng miteinander zusammen, daß es nichtangeht, die eine oder die andere Frage, mag sie demeinzelnen auch noch so brennend und wichtig erscheinen,getrennt für sich vorweg zu behandeln."
Dieser Standpunkt wurde auch von der Mehrheit desReichstags damals noch geteilt.
Aber die großen Risse und Sprünge im ,, Burgfrieden"waren gleichwohl unverkennbar. Nicht etwa nur auf demGebiet der inneren Politik, sondern auch in der Frage derKriegsziele und in der Frage der Kriegsmittel, namentlichdes U- Bootkriegs.
Von der einen Seite, die man sich gewöhnt hat als,, alldeutsch" zu bezeichnen, wurden weitgesteckte Kriegs-ziele proklamiert, große territoriale Erwerbungen in Westund Ost, zum mindesten die politische, militärische undwirtschaftliche Beherrschung wichtiger, unseren Grenzenvorgelagerter Gebiete. Vor allem wurde verlangt, daß wir,
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