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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

Der einfache Mann aus dem Volke sah die glänzendenSiege unserer Heere, er sah, daß unsere Feinde von unserenGrenzen ferngehalten oder, wo sie eingebrochen waren,wieder vertrieben wurden; er sah, daß wir in Ost und,West weit in Feindesland standen. Diese handgreiflichenWahrnehmungen, die über unsere wirkliche Lage hinweg-täuschten, führten auf der einen Seite zu der Überspannungder Kriegsziele; auf der anderen Seite aber bereiteten sieden Boden für den Eindruck, unser ursprünglichesVerteidigungsziel sei erreicht, Deutschland könne jedenAugenblick einen ehrenvollen, seinen Bestand und seineZukunft sichernden Frieden haben, wenn nur auf Er-oberungspläne Verzicht geleistet werde. Der wahre Sach-verhalt, daß unsere Feinde, trotz unserer Abwehr- undAngriffserfolge auf den verschiedenen europäischen Kriegs-schauplätzen, in keinem Augenblick bereit waren, mit unseinen Frieden auf Grund unseres Standes vor dem Kriegzu machen dieser auch von dem Grafen Czernin inseiner bereits mehrfach angeführten Rede vom Dezember1918 ausdrücklich bestätigte Sachverhalt, war bei unsnur wenigen klar und wollte jedenfalls dem einfachenManne aus dem Velke nicht in den Kopf.

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Verschärft wurde der Streit um die Kriegsziele unver-kennbar dadurch, daß der Gegensatz von Unternehmertumund Arbeiterschaft in diese außenpolitische Frage starkhineinspielte. Die Führer und Verbände unserer großenIndustrien, vor allem der ,, Schwerindustrie", setzten sich

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