Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Regelung des Arbeitsrechtes, in der Regelung des preuẞi-schen Wahlrechts, bei der Ordnung des Landtags imganzen wenn wir nicht das tun, dann gehen wir innerenErschütterungen entgegen, deren Tragweite kein Menschübersehen kann. Ich werde diese Schuld nicht auf michladen."
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Zwei Wochen später, am 29. März 1917, hatte derReichstag seine erste große innerpolitische Ausspracheseit dem Beginn des Krieges. Die Debatte stand sichtlichunter dem Eindruck der Vorgänge in Rußland. Nichtnur die Sozialdemokraten forderten eine sofortige In-angriffnahme innerer Reformen ihr Sprecher verlangtevor allem die Einführung des allgemeinen, gleichen undgeheimen Wahlrechts in den Bundesstaaten und eineNeueinteilung der Wahlkreise im Reich, sondern auchdie Freisinnigen und Nationalliberalen bekannten ihreAbkehr von der Ansicht, daß die ,, Neuorientierung" erstnach dem Abschluß des Krieges verwirklicht werdenkönne. Besonders fiel auf, daß der nationalliberale Ab-geordnete Dr. Stresemann das preußische Wahlrecht alseine deutsche Frage bezeichnete und daß er sich, wennauch nicht ausgesprochen für das parlamentarische System,so doch sehr entschieden für die Herstellung eines engerenZusammenhanges zwischen Parlament und Regierungaussprach.
Der Kanzler lehnte es in jener Reichstagssitzung ab,die innerpolitischen Reformen, und insbesondere die
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