Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Herabsetzung der Brotration, beschlossene Streik nichtganz verhindern; aber schon nach zwei Tagen kehrtendie feiernden Rüstungsarbeiter fast vollzählig zur Arbeitzurück, ohne daß ein gewaltsames Einschreiten nötiggeworden wäre.
Bald jedoch spitzte sich die innerpolitische Lage von
neuem zu.
Am 2. Mai konstituierte sich der Verfassungsausschuẞ.Die Vertreter des Zentrums, der Nationalliberalen undder Fortschrittlichen Volkspartei, mit denen ich amfolgenden Tage eingehende Besprechungen hatte, gabenmir beruhigende Zusicherungen. Man werde der Oster-botschaft Rechnung tragen durch Zurückstellung der daspreußische Wahlrecht berührenden Fragen und zunächstnur einige Fragen von geringerer Bedeutung vornehmen.
Als ich jedoch am Tage darauf zu der Sitzung des Aus-schusses kam, fand ich einen langen gemeinschaftlichenAntrag des Zentrums, der Nationalliberalen und der Frei-sinnigen Volkspartei vor, der eine Anzahl von Punktenvon grundsätzlicher Bedeutung enthielt, so den Ausbauder Verantwortlichkeit des Reichskanzlers und seinerStaatssekretäre gegenüber Bundesrat und Reichstag, dieErrichtung eines Staatsgerichtshofs und vor allem dieGegenzeichnung des Kriegsministers für Offiziersernen-nungen, wodurch eine parlamentarische Verantwortlichkeitfür diese Ernennungen begründet werden sollte. Ich wardurch diesen Überfall der drei Parteien, mit deren
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