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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
101
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Der Verfassungsausschuẞ

Vertretern ich noch tagszuvor eine ebenso eingehende wieoffene Aussprache gehabt hatte, auf das peinlichste berührtund beschränkte mich auf die Erklärung, daß ich derStellungnahme der Verbündeten Regierungen in Fragen,die an die Grundmauern unserer Verfassung rührten unddas Verhältnis der Verbündeten Regierungen zu derReichsleitung wie zum Reichstag so nahe angingen, inkeiner Weise vorgreifen könne; daß ich mich also für denAugenblick darauf beschränken müsse, von den Meinungs-äußerungen des Ausschusses Kenntnis zu nehmen unddurch meine Kommissare erforderlichenfalls sachlicheAufklärungen geben zu lassen.

Den Parteiführern gegenüber machte ich aus meinerBeurteilung ihres Verhaltens kein Hehl. Ich wies sieaußerdem darauf hin, daß die gänzlich überflüssige Auf-rollung der die Kommandogewalt des Kaisers berührendenFrage der Gegenzeichnung der Offiziersernennungen inweiten Kreisen des Offizierkorps, das draußen vor demFeinde sein Leben täglich in die Schanze schlage, ernst-liche Verstimmung hervorrufen werde; daß außerdemdurch diesen Antrag bekannte Empfindlichkeiten desKaisers getroffen würden, die ohne Not zu verletzengerade nach der Osterbotschaft mir wenig angebrachterscheine; daß schließlich die Stellung des Kanzlers,dessen Verhältnis zur Obersten Heeresleitung sich neuer-dings verschärft hatte, durch solche Improvisationenernstlich gefährdet werde.

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