Vorstoß Erzbergers
Aber die entscheidende Frage sei für ihn, ob wir übersJahr einen besseren Frieden bekommen könnten alsjetzt, und diese Frage müsse er verneinen. Unter diesenUmständen bleibe nur die Rückkehr auf den Ausgangs-punkt des Krieges, die Proklamierung des reinen Verteidi-gungskrieges und die Abweisung eines jeden Eroberungs-zieles. Die große Mehrheit des Reichstags müsse sich ineiner Kundgebung auf den Boden des 4. August 1914stellen.
Während der Vorsitzende des Ausschusses, der Zentrums-abgeordnete Dr. Spahn, mich fragte, ob dieser Vorstoẞseines Fraktionskollegen Erzberger etwa mit dem Reichs-kanzler vereinbart sei, was ich natürlich nur verneinenkonnte, erhob sich der Abgeordnete Ebert und beantragte,die Sitzung zu vertagen, um den Fraktionen Gelegenheitzu geben, zu dem hochwichtigen Vorschlage des Ab-geordneten Erzberger Stellung zu nehmen.
Im Ausschuß entstand eine ungeheure Erregung, daoffenbar außer einigen Sozialdemokraten niemand wußte,was den Abgeordneten Erzberger zu seinem Vorgehenbestimmt hatte und worauf er hinauswollte. Angesichtsder bekannten Beziehungen Erzbergers zum Kanzler undzum Auswärtigen Amt hielten es viele, ebenso wie derVorsitzende Dr. Spahn, geradezu für ausgeschlossen, daßErzberger eine solche Aktion ohne vorherige Verständigungmit dem Reichskanzler unternommen haben könnte; mansah deshalb in seinen Ausführungen die Ankündigung
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