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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution

Kanzler wie vom Auswärtigen Amt eines geradezu unein-geschränkten Vertrauens gewürdigt worden war übrigensgegen meine immer wiederholten Warnungen-, in derauf das schärfste zugespitzten internationalen Lage einesolche hochpolitische Aktion ohne Verständigung mit demKanzler öffentlich in die Wege leiten konnte.

Über die Motive Erzbergers bestand damals Unklar-heit. Glaubte er mit seinem Vorstoß den ihm bekanntenpäpstlichen Friedensbemühungen zu sekundieren? Oderwaren es österreichische Einflüsse, die ihn zu seinemVorstoẞ bestimmt hatten? Inzwischen hat Graf Czerninausdrücklich diesen letzteren Zusammenhang bestätigt.In seiner Rede vom II. Dezember 1918 sagte GrafCzernin:

,, Einer meiner Freunde hatte auf mein Ersuchenmehrere Unterredungen mit den Herren Südekum undErzberger und bestärkte sie durch meine Schilderungunserer Lage in ihren Bestrebungen zur Erreichung derbekannten Friedensresolution. Es war auf Grund dieserSchilderungen, daß die beiden genannten Herren dieReichstagsresolution für einen Verständigungsfriedendurchsetzten Ich hoffte damals einen Augenblick,im Deutschen Reichstag einen dauernden und kräftigenVerbündeten gegen die Eroberungspläne der Militärszu finden."

Herr Erzberger hatte sich also nicht gescheut, mit so-zialdemokratischer Unterstützung im Einvernehmen mit

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