Vom U- Bootkrieg bis zur Friedensresolution
Gewitterstimmung beeinflußten Prüfung der für daspreußische Staatsleben so wichtigen Wahlrechtsfrage hin-wies und von uns allen die offenste und rückhaltlosesteMeinungsäußerung verlangte. In der Aussprache, die bisneuneinhalb Uhr dauerte, wurden alle Gründe für undgegen mit Lebhaftigkeit und Nachdruck ins Feld geführt.
-
Ich trat mit dem Reichskanzler für die Ergänzung derOsterbotschaft durch das gleiche Wahlrecht ein. Ausallen Diskussionen und Unterhaltungen der letzten Zeithatte ich den bestimmten Eindruck gewonnen, daß dieinnerpolitische Atmosphäre dringend dieser Entspannungbedurfte, daß ferner ein weiteres Zögern nur zur Folgehaben werde, daß der Krone die Initiative und dannnicht nur die Initiative in der Wahlrechtsfrageaus derHand gleiten werde. Außerdem hatte meine Prüfung derwahrscheinlichen Ergebnisse der verschiedenen Wahl-systeme mich zu dem Schluß geführt, daß der praktischeUnterschied zwischen dem gleichen Wahlrecht und einem- neben dem gleichen Wahlrecht allein in Frage kommen-den stark demokratischen Pluralwahlrecht nicht großgenug sei, um in einer so entscheidungsschweren Zeiteinen schweren inneren Konflikt zu rechtfertigen.
-
Von den elf Staatsministern sprachen sechs für, fünfgegen die Gewährung des gleichen Wahlrechts.
Der Kaiser folgte den Vorträgen mit der gespanntestenAufmerksamkeit. Er selbst nahm keine Stellung, sondernbehielt sich seine Entscheidung vor.
118