Besprechungen des Prinzen Sixtus in Paris und London
Londoner Abmachungen befriedige. Lloyd George vertratdie Ansicht, daß in diesem Augenblick eine Diskussionder österreichisch- italienischen Territorialfragen vermiedenwerden müsse, weil sich sonst unvermeidlich die Verhand-lungen zerschlagen würden. Die Hauptsache sei, Deutsch-land zu erledigen; alles andere werde sich dann schonfinden. Schließlich aber gab Lloyd George dem VerlangenFrankreichs auf Einbeziehung des Saargebiets und demDrängen Italiens nach. Ob dann Herr Poincaré, wie der,, Manchester Guardian" nach anscheinend guten Informa-tionen später erzählte, dem österreichischen Kaiser in derTat vorgeschlagen hat, das Trentino und Triest an Italienabzutreten und sich dafür an Schlesien schadlos zu halten,lasse ich dahingestellt; ebenso die dem Kaiser Karl zu-geschriebene Antwort, es bestehe gegen diese Lösung dasBedenken, daß zwar die Monarchie das von ihr an Italienherauszugebende Gebiet in Händen habe, nicht aberFrankreich Schlesien; ebenso, ob Kaiser Karl, nachdemer den Bericht des Prinzen Sixtus über das Ergebnis seinerBesprechungen in Paris und London erhalten hatte, andiesen den von Wien aus später bestrittenen zweiten Briefgeschrieben hat, in dem er die Überzeugung aussprach, daß,falls Frankreich seine territorialen Forderungen auf Elsaẞ-Lothringen beschränke, es ihm gelingen werde, Deutsch-land zum Friedensschluß zu bewegen. Wesentlich für dieBeurteilung der Lage ist lediglich, daß Frankreich damals,Mitte April 1917, die Möglichkeit eines Friedens, der ihm
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