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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Friedensfühler

zu sein. Darauf deutet die oben( S. 71) erwähnte, schwerbesorgte Äußerung Ribots zu dem italienischen Botschafter;ferner die Tatsache, daß nicht allzu lange nach der Ab-lehnung der kaiserlichen Anregung von französischer SeiteVersuche gemacht wurden, nicht nur Unterhaltungen mitder österreichisch- ungarischen Regierung aufzunehmen,sondern auch mit einem Vertrauensmann der deutschenRegierung in Fühlung zu kommen.

Aus einer ein Jahr später zwischen Herrn Clemenceauund dem Grafen Czernin entstandenen öffentlichen Polemik,auf die ich weiter unten noch zu sprechen komme, wurdebekannt, daß im Juli 1917 der österreichische LegationsratGraf Revertera von einer neutralen Mittelsperson namensder französischen Regierung befragt wurde, ob er in derLage sei, Eröffnungen dieser Regierung an die österreichisch-ungarische Regierung entgegenzunehmen. Graf Reverterawurde vom Grafen Czernin ermächtigt, die Besprechungenmit dem Vertrauensmann der französischen Regierung,dem Major Grafen Armand, aufzunehmen, um festzu-stellen, ob Grundlagen für die Herbeiführung eines all-gemeinen Friedens geschaffen werden könnten. Daraufhintrafen sich die beiderseitigen Vertrauensleute im Lauf desMonats August also nach der Juliresolution in derSchweiz. Aber die Besprechungen führten zu keinerleiErgebnis.

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Schon vorher hatte eine der ersten politischen Per-sönlichkeiten Frankreichs durch eine neutrale Mittelsperson

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