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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Der Siegeswille der Feinde

Reichstagsverhandlungen habe ich immer und immerwieder, wo sich die Gelegenheit dazu gab, das Meinigegetan, um den Wahn von der Friedensbereitschaft unsererFeinde zu bekämpfen und das wahre Friedenshindernisins Licht zu rücken. So habe ich am 5. Mai 1917 demeine seiner FriedensredenAbgeordneten Cohn aufFreiheit und Brot"

mit dem Ruf nach ,, Frieden,

geantwortet:

,, Glaubt jemand ernstlich, daß der Friedensschluẞ heuteeine Frage der Bedingungen ist? Nein! Er ist eine Fragedes Siegeswillens, und der Siegeswille ist bei den anderennoch nicht gebrochen. Einen Frieden, wie wir ihn wollenund brauchen, schaffen Sie uns mit Ihren Reden nicht!Und der Friede, den Sie möchten, der bedeutet nichtBrot, sondern Hunger für unser Volk; er bedeutet nichtFreiheit, sondern er bedeutet Knechtschaft. Das sprechenicht ich aus; das sind die Worte unserer Feinde. LesenSie nur ihre Reden und Zeitungen! Ich habe neulich imAusschuß einen Artikel des französischen Senators Humbertverlesen, der mit den Worten schließt: Zu Sklavenmüssen wir diese Rasse von Sklaven machen, die vonWeltherrschaft träumte.' So sieht der Friede aus, denunsere Feinde uns gönnen und geben wollen!"

' Das Vorgehen des Reichstagsausschusses und dann desReichstags unter der Führung des Herrn Erzberger undder Sozialdemokraten mußte aber in unserem Volk den Irr-tum über das wahre Friedenshindernis verstärken, statt ihn

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