Die Kanzlerschaft des Herrn Michaelis
dessen hohe friedenstiftende Wirkung wir mit SeinerHeiligkeit voll anerkennen. Die Kaiserliche Regierungwird dabei jeden Vorschlag unterstützen, der mit denLebensinteressen des Deutschen Reiches und Volkes ver-einbar ist." Wenn die Völker zu ihrem Heil erkannthaben würden, daß es gelte, mehr das Einigende als dasTrennende in ihren Beziehungen zu betonen, werde esihnen gelingen, auch die einzelnen noch offenen Streit-punkte so zu regeln, daß jedem Volke befriedigende Da-seinsbedingungen geschaffen würden und damit eineWiederkehr der großen Völkerkatastrophe ausgeschlossenerscheine. ,, Diese ernste und aufrichtige Überzeugung"-so schloß die Note- ,, ermutigt uns zu der Zuversicht,daß auch unsere Gegner in den von Seiner Heiligkeit zurErwägung unterbreiteten Gedanken eine geeignete Unter-lage sehen möchten, um unter Bedingungen, die demGeiste der Billigkeit und der Lage Europas entsprechen,der Vorbereitung eines künftigen Friedens näherzutreten."
Die deutsche Regierung nahm also, ohne in eine Er-örterung der Einzelheiten einzutreten, die in der päpst-lichen Note ausgesprochenen Gedanken als eine ,, geeigneteUnterlage" für Verhandlungen über den Frieden an,obwohl die Vorschläge des Papstes in der elsaẞ- lothringi-schen Frage die Integrität des Deutschen Reiches, in derSüdtiroler und Triestiner Frage die Integrität der öster-reichisch- ungarischen Monarchie als offene Fragen behan-delten. Ja, indem unsere Antwortnote mit Bezugnahme
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