Druckschrift 
Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
175
Einzelbild herunterladen
 

Ablehnende Haltung der Ententevölker

auf das päpstliche Rundschreiben ausdrücklich von ,, nochoffenen Streitpunkten" sprach, setzte sie sich der Deutungaus, daß sie ihrerseits die elsaẞ- lothringischen Forde-rungen Frankreichs und die Aspirationen Italiens aufösterreichische Gebietsteile als offene Fragen anerkenne.Im übrigen wurde durch die Bezugnahme dieses diplo-matischen Dokuments auf die Friedenskundgebung desReichstags vom 19. Juli diese von der Reichsregierung inbetonter Weise als maßgebend für ihre Friedenspolitikbestätigt.

-

Trotzdem blieb die Papstnote, und ebenso unsere Ant-wort, ohne Widerhall bei den Regierungen unserer Feinde.Nur der Präsident Wilson gab- schon Ende Augusteine formelle Antwort, die aber lediglich in einer heftigenPolemik gegen die deutschen ,, Machthaber" bestand. DieseMachthaber hätten erst heimlich ein Komplott der Unter-jochung geschmiedet und dann ohne Achtung für Verträge,Recht und Ehre seine Durchführung versucht. DieseMacht könne nicht nach den Vorschlägen des Papstesbehandelt werden. Das Wort der gegenwärtigen Macht-haber Deutschlands könne keine Grundlage für einendauernden Frieden der Gerechtigkeit und Menschlichkeitsein. ,, Wir müssen irgendeinen neuen Beweis der Zieleder großen Völker der Mittelmächte abwarten. Gott gebe,daß dieser Beweis bald erbracht werde!"

Die Ententeregierungen gaben dem Papst überhauptkeine Antwort. In Frankreich lehnten die Herren Painlevé,

175