Besprechung der östlichen Kriegsziele
habsburgische Monarchie, einzutreten. Ebenso übertrugmir der Reichskanzler die. Leitung der Besprechungenmit dem Grafen Czernin, die am 6. November im Beiseindes Feldmarschalls von Hindenburg und des GeneralsLudendorff stattfanden.
Diese Verhandlungen führten zu keinem endgültigenErgebnis. Zwar hatte der Kaiser in einem am Montag,5. November, im Schloß Bellevue stattgehabten Kronratunter gewissen Voraussetzungen, die sich auf Grenzregulie-rung und Sicherung unserer Wirtschafts- und Verkehrs-interessen in Polen bezogen, seine grundsätzliche Zustim-mung zu der sogenannten austro- polnischen Lösung gegeben,in der Absicht, dadurch ernste Friktionen mit der Donau-monarchie zu vermeiden und Österreich- Ungarn für dasherannahende letzte und schwerste Stadium des Kriegesso fest wie möglich an uns zu binden. Aber über dieseVoraussetzungen ließ sich in den Besprechungen mit demGrafen Czernin, da dieser weder in den Fragen der mili-tärischen Grenzsicherung noch in den Wirtschafts- undVerkehrsangelegenheiten eine endgültige Stellung nehmenkonnte, eine Einigung nicht erzielen. Es wurden viel-mehr weitere Verhandlungen unter Zuziehung auch derösterreichisch- ungarischen militärischen Stellen und derMinisterpräsidenten der beiden Reichshälften ins Auge
gefaßt.
-Unterdessen versteiften sich die Mehrheitsparteien immermehr auf ihre Parlamentarisierungsforderungen. Schon
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