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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Stellung der Sozialdemokraten

bekämpfen müssen. ,, Wir wollen diesen Kampf gewißnicht unnötigerweise suchen, und wenn die Politik derRegierung sich so gestaltet, daß wir ihn vermeiden können,dann wird das für unser Land zweifellos das Beste sein."

Die Sozialdemokratie, die den stärksten Druck auf dieUmbildung der Regierung und den Übergang zum par-lamentarischen System ausgeübt hatte, behielt sichalso ihre Stellung zu der neuen, nach ihren WünschenBei dengebildeten parlamentarischen Regierung vor.Forderungen hatte sie sich den Mehrheitsparteien, dieohne sie überhaupt keine Mehrheit darstellten, zugezählt;bei der Übernahme von Verpflichtungen stellte sie sichaußerhalb der Mehrheitsparteien. Das war der hippo-kratische Zug, der dem neuen parlamentarischen Regimevon Anfang an aufs Gesicht geschrieben war.

Militärisch erhielt die Lage zur Zeit der zweiten Kanzler-krisis und der ersten Wochen der Hertlingschen Kanzler-schaft ihr Gepräge durch die von uns und unseremösterreichisch- ungarischen Bundesgenossen vereint durch-geführte glänzende Offensive an der italienischen Front.Am 24. Oktober hatte der Angriff an der Isonzofrontbegonnen. In wenigen Tagen waren den Italienern wiederalle Vorteile entrissen, die sie in zweiundeinhalb Kriegs-jahren und in den elf blutigen Isonzoschlachten errungenhatten. Es folgte der Einbruch unserer Truppen in dieitalienische Ebene. Am 30. Oktober fiel Udine, am

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