Der Ost- Friede
Herr von Kühlmann hatte die Geistesgegenwart, sofortdie durch diese überraschende Erklärung geschaffeneSituation zu präzisieren. Er stellte fest, daß der Vierbundmit der russischen Regierung im Kriege stehe, daß dieKriegshandlungen zwar durch den Waffenstillstand ein-gestellt seien, bei Wegfall dieses Vertrages aber wiederaufleben würden. Der Waffenstillstandsvertrag bezeichneals seinen Zweck den Abschluß des Friedens. Komme dieserZweck des Waffenstillstandsvertrages in Wegfall, sowürden die Kriegshandlungen nach Ablauf der vorge-sehenen Frist wieder aufleben. Die Tatsache, daß dieeine von den beiden Parteien demobilisiere, würde hieranweder tatsächlich noch rechtlich etwas ändern. ImAnschluß an diese Feststellung schlug er für den nächstenTag eine Vollsitzung vor, in der die Stellungnahme derVerbündeten zu den neuesten Mitteilungen der russischenDelegation bekanntgegeben werden sollte.
Herr Trotzki erwiderte, die russische Delegation habejetzt alle ihre Vollmachten erschöpft und halte es fürnotwendig, nach Petersburg zurückzukehren. Die Mit-teilungen, welche die Delegationen des Vierbundes machenwürden, werde die Regierung der föderativen russischenRepublik beraten und darauf die Antwort erteilen.
Bei der auf diese Sitzung folgenden Aussprache zwischenden diplomatischen und militärischen UnterhändlernDeutschlands und Österreich- Ungarns stellte sich GrafCzernin auf den Standpunkt, daß der durch die Erklärung
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