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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Der Ost- Friede

Republik zu danken; es sei selbstverständlich, daß dieseAktion auf dem Einvernehmen der beiden Mittelmächteberuhe; wenn bisher nur das Vorgehen deutscher Kräftegemeldet werde, so ergebe sich das aus der Tatsache, daßdas Schwergewicht der österreichisch- ungarischen Streit-kräfte an dem südlichen Teil der Ostfront liege.- DieseBegründung war natürlich nur ein durchsichtiger Vorwand;denn für die österreichisch- ungarischen Truppen hattedurchaus die Möglichkeit bestanden, sich an dem Ein-marsch in die Ukraine zu beteiligen.

Die deutsche Regierung beantwortete den russischenFunkspruch mit einem achtundvierzigstündigen Ultima-tum, das die in Brest- Litowsk gestellten Bedingungenergänzte und in einigen wesentlichen Punkten verschärfte.Insbesondere wurde neu verlangt, daß die aus der russischenTerritorialhoheit ausscheidenden Gebiete in der Gegendvon Dünaburg bis zur Ostgrenze Kurlands erweitertwürden; ferner daß Livland und Estland von den russischenTruppen geräumt und von deutscher Polizeimacht besetztwerden sollten, bis Landeseinrichtungen die Sicherheitgewährleisteten und die staatliche Ordnung hergestellt sei.Außerdem hatte sich Rußland zu verpflichten, sofortFrieden mit der ukrainischen Volksrepublik zu schließenund sofort seine Truppen sowohl aus der Ukraine wie ausFinnland zurückzuziehen.

Dieses Ultimatum wurde am 24. Februar von demVollzugsrat der großrussischen Sowjets mit 126 gegen

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