Der Ost- Friede
Kapitalien investiert waren, bisher nicht interessiert war.Aber die österreichisch- ungarische Regierung suchte dieFriedensverhandlungen zu benutzen, um auch ihrerseitseinen starken Einfluß in der Gewinnung und Verwertungdes rumänischen Petroleums zu gewinnen. Ihre Wünscheund Interessen und diejenigen Deutschlands gingen innicht unwesentlichen Punkten auseinander. Außerdem abererschien Österreich- Ungarn, dessen Staatsmänner Deutsch-land gegenüber nie genug Enthaltsamkeit predigen konnten,mit sehr erheblichen territorialen Wünschen auf dem Plan.Die ungarische Regierung, das ungarische Parlament unddie ungarische öffentliche Meinung verlangten, angeblichaus strategischen Gründen, sehr umfangreiche ,, Grenz-rektifikationen", durch die eine Anzahl von Städten, wieTurn- Severin, Sinaia und Ocna, außerdem wertvolle Erdöl-gebiete in der Moldau an Ungarn gekommen wären. GrafCzernin erhob zwar gegen diese außerordentlich weit-gehenden Forderungen Widerspruch, sah sich aber infolgedes starken ungarischen Druckes genötigt, diese Forde-rungen zu präsentieren und zu vertreten. Erst nachdemMarghiloman, der vorher dem Grafen Czernin befriedigendeZusagen über seine Politik gegenüber der Donaumonarchiegegeben hatte, an die Spitze der rumänischen Regierunggetreten war, ließ Czernin einen großen Teil seiner terri-torialen Forderungen gegen das Zugeständnis des immernoch erheblichen Restes fallen. Für dieses Zugeständnissicherte Graf Czernin der rumänischen Regierung seine
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