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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
Entstehung
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Der Ost- Friede

einen Teil der Bezirke, die sie in den Balkankriegen anBulgarien verloren hatte. Bulgarien seinerseits setztediesen Forderungen den stärksten Widerstand entgegen.

Diese Lage barg so starke und gefährliche Konfliktsmög-lichkeiten, daß mir angesichts des Fortganges des Kriegesmit der Koalition unserer Feinde, die auch nach demAusscheiden Rußlands und Rumäniens eine erdrückendeÜbermacht darstellte, die rasche und glatte Beilegungder rumänischen Fragen als eine zwingende Notwendigkeiterschien. Dazu kam, daß einmal die Oberste Heeresleitungdie noch an der rumänischen Front stehenden Truppenfür die Durchführung der von ihr im Westen geplantenOffensive dringend benötigte und auf einen raschenAbschluß mit Rumänien hindrängte; daß ferner die Vor-teile, die man sich für Deutschland und namentlich auchfür Österreich- Ungarn auf dem Gebiet der Volksernährungvon dem Friedensschluß mit der Ukraine versprach, nurdann voll ausgenutzt werden konnten, wenn durch denFriedensschluß mit Rumänien der Weg über die Moldaunach den wichtigsten ukrainischen Getreidebezirkenfreigemacht wurde.

Außerdem schien es mir geboten, den Frieden so zugestalten, daß für die Zukunft ein gutes Verhältnis zwischenDeutschland und Rumänien wieder möglich gemacht würde.Wir hatten, wenn erst der Friede wiederhergestellt war,mangels direkter Grenzen mit Rumänien keine Möglich-keit, mit militärischen Machtmitteln auf Rumänien zu306

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