Der Ost- Friede
Verhandlungen hatte die Forderung der sofortigen Über-lassung der ganzen Dobrudscha sich so fest in den bulgari-schen Gemütern als nationale Ehrensache festgesetzt, daßjetzt die öffentliche Meinung Bulgariens in der vorläufigenLösung nur einen enttäuschenden Miẞerfolg sah. Als auchin den auf die Unterzeichnung des rumänischen Friedens-vertrags folgenden Wochen die Zustimmung der Türkeizur Überlassung der nördlichen Dobrudscha an Bulgariennicht herbeigeführt wurde und als zudem die Unzufrieden-heit in Bulgarien durch ernstliche Ernährungsschwierig-keiten vermehrt wurde, sah sich das Kabinett Radoslawowgenötigt, zurückzutreten. Radoslawow wurde Mitte Juni1918 durch den in seinen Gesinnungen für Deutschlandzum mindesten zweifelhaften Führer der OppositionMalinow ersetzt.
So fanden die Bukarester Verhandlungen ihren Ausklangin einer offenkundigen Erschütterung der bulgarischenBundesfreundschaft, die für den Ausgang des Kriegesverhängnisvoll werden sollte.
Ergebnis und Folgen
der östlichen Friedensschlüsse
Die Friedensverträge mit der ukrainischen Volksrepublikvom 9. Februar 1918, mit Rußland vom 3. März 1918und mit Rumänien vom 7. Mai 1918, die durch einen am7. März 1918 zu Berlin unterzeichneten Friedensvertrag
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