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Vom Eingreifen Amerikas bis zum Zusammenbruch / von Karl Helfferich
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Polen. Ukraine

das lediglich den Waffenerfolgen Deutschlands und seinerVerbündeten und dem Blute vieler Tausender von Deut-schen und Österreichern die Aussicht auf seine staatlicheWiederauferstehung verdankte, das für dieses große natio-nale Ziel keine Hand gerührt und keinen Tropfen Blutvergossen, sondern in diesem größten Krieg aller Zeitenabwartend beiseitegestanden hatte, wandte sich, nach-dem es von Rußland nichts mehr zu befürchten hatte,immer deutlicher gegen seine Befreier. Die polnische Frage,das schwierigste aller östlichen Probleme, wurde alsodurch die Brester Friedensverträge nicht nur nicht gelöst,sondern geradezu verschärft.

Auch hinsichtlich der Ukraine und Finnlands schuf derBrester Friede keine endgültigen Verhältnisse.

Die Ukraine hatte, wie oben dargestellt ist, alsbaldnach Abschluß ihres Friedens mit den Mittelmächten dieseum Hilfe gegen Sowjetrußland bitten müssen. Deutschlandhatte seine Truppen sofort in die Ukraine einrücken lassen;österreichisch- ungarische Truppen waren gefolgt, nach-dem der deutsche Vormarsch und das deutsche Ultimatumdie russische Regierung gezwungen hatten, ihre Vertreterwieder nach Brest- Litowsk zu schicken. Aber auch nachAbschluß des Friedens mit Rußland hörten die Kämpfein der Ukraine nicht auf, obwohl Rußland sich zur Zurück-ziehung seiner Truppen, einschließlich der Roten Garden,Unsere Militärs vertratenhatte verpflichten müssen.nachdrücklich die Ansicht, daß die Ukraine den von ihr

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