ZVI
Diplomatisches Zwischenspiel
derselben Zeit, als Rußland endgültig zusammen-
brach und die bolschewistische Regierung sich zuFriedensverhandlungen bereit erklärte, richtete Lord Lans-downe, der Leiter der britischen Außenpolitik in demletzten konservativen Kabinett, einen Brief über Kriegund Frieden an die ,, Times", der einen Umschwung inder Gesinnung der politischen Kreise Englands anzu-kündigen schien. Die ,, Times" verweigerten den Abdruckdes Briefes. Lord Lansdowne ließ ihn daraufhin im ,, DailyTelegraph" veröffentlichen. Der Brief war eine besorgteWarnung vor der Überspannung der Kriegsziele und derParole des Krieges bis zum Äußersten. Der Wirtschafts-krieg sei als Kriegsmittel gerechtfertigt; aber kein Vernünf-tiger könne auf die Dauer die feindlichen Mächte vomWelthandel ausschließen wollen. Von den territorialenKriegszielen sei manches, was früher an erster Stellegestanden habe, in die zweite Reihe gerückt; an ersterStelle stehe die Wiederherstellung Belgiens. ,, Wir werden
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